Der Pflegenotstand - Die Hoffnung stirbt zuletzt!


 

Obwohl der Pflegenotstand in Deutschland seit über 10 Jahren publiziert wird, wurde das Thema in der Vergangenheit verschlafen, ausgesessen oder gar ignoriert. Wen wundert es, dass es auch kein Wahlkampfthema wurde? Erst im Endspurt vor den Wahlen beschäftigten sich die Parteien mit dieser Problematik intensiver, nicht zuletzt wegen zahlreicher Beklagungen aus der Bevölkerung. Hoffentlich erkennt unsere künftige Regierung den Mißstand in unserem System und rückt dieses bürgernahe Bedürfnis mehr in den Fokus.
Um mehr Menschen für die schönen Berufe in der Pflege zu begeistern, bedarf es diese Berufe attraktiver zu gestalten. Daher unsere Forderungen:

1) Die Generalistik in ihrer jetzigen Form rekrutiert bestenfalls zunehmend minderqualifizierte Menschen, aber keine Pflegefachkräfte!
Deutschland braucht die Akademisierung der Pflegeberufe, wie auch im europäischen Ausland bereits längst etabliert.

2) Die Pflegekammer mit Zwangsmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen sorgt eher mehr für Verunsicherung, weniger für Nutzen!
Der Pflegekammer müssen deutlich mehr Kompetenzen eingeräumt werden (z.B. Vergütungsverhandlungen)

3) Die hohe psychische und physische Belastung von Pflegekräften führt zunehmend zu einer Abwanderung aus den Pflegeberufen!
Die Möglichkeit eines früheren Renteneintrittsalters muss ermöglicht werden.

4) Eine Pflegefachkraft kann als Alleinverdiener von ihrem Gehalt kaum eine Familie ernähren, die Ergebnisse der Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen sind beschämend!
Um Pflegefachkräften ein angemessenes Gehalt zahlen zu können, braucht es eine gerechte Umverteilung des Kapitals, das dem Gesundheitssystem zur Verfügung steht. Auch steuerliche Vergünstigungen kommen in Frage.

5) Pflegekräfte in Deutschland gelten leider immer noch als "Handlanger" der Ärzte, ohne eigene Kompetenzen!
Es wird höchste Zeit, den Pflegeberufen mehr Respekt zu gewähren, mehr Kompetenzen einzuräumen und das Image medienwirksam zu verbessern. Auf gleicher Augenhöhe mit den Ärzten zusammen arbeiten zu können, wird die Attraktivität dieses Berufszweiges in der Medizin erhöhen.


 
Diese 5 Forderungen und die Umsetzung dieser kann nur ein Anfang sein, dem Pflegenotstand entgegen zu treten. Der demographische Wandel und die damit verbundene Zunahme von Pflegebedürftigen und Kranken erfordert deutlich mehr Aktivitäten. Wenn Deutschland sein (noch) gutes Gesundheitssystem bewahren möchte, bedarf es einer grundliegenden Gesundheitsreform.

- Die Hoffnung stirbt zuletzt! -
 
Klaus Reithmeier

 
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