Pflegestärkungsgesetz II


 

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Änderungen im Pflegestärkungsgesetz II sind vor einem Jahr in Kraft getreten und wir machen die Erfahrung, dass viele Bürger die meisten Inhalte der Änderungen noch gar nicht kennen. Dass aus Pflegestufen Pflegegrade geworden sind, wissen zwar die meisten, auch dass es einen Sprung nach oben gab (z. B. aus Pflegestufe 1 wurde Pflegegrad 2). Doch darauf beschränken sich in der Regel die Kenntnisse über diese Änderungen.
Entscheidend war jedoch, dass die Beurteilungskriterien für eine Einstufung erweitert wurden. Das führte u. a. zu erweiterten Ansprüchen, leider teilweise auch zu Kürzungen von Ansprüchen. Wer beispielsweise von pflegenden Angehörigen weniger als 10 Std. an mind. 2 Tagen pro Woche versorgt wird, musste seinen Anspruch auf Pflegegeld einbüßen. Überwiegend wurden aber die Leistungen erhöht.
Den wenigsten ist auch bewusst, dass jeder Pflegebedürftige "imaginäre Konten" bei der Pflegekasse hat:
1. Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI): Der jährliche Anspruch beträgt 1.612,00 € und kann sogar auf 2.418,00 € (50% der Kurzzeitpflege) erhöht werden. Wird dieser Anspruch nicht genutzt, verfällt er am Jahresende.
2. Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI): Jeder Pflegebedürftige hat einen monatlichen Anspruch von 40,00 € auf Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind. ACHTUNG! Es sind nur ganz bestimmte Hilfsmittel, nämlich:
Betteinlagen (als Einwegartikel oder waschbare Einlagen (3 Stck./Jahr)), Einmalhandschuhe, Hände- und Flächendesinfektionsmittel, Waschschürzen (als Ein- oder Mehrwegartikel). Wird dieser Anspruch nicht monatlich abgerufen, verfällt er.
3. Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI): Auch hier beträgt der jährliche Anspruch 1.612,00 €. Besonderheit: Hier kann der Gesamtanspruch der Verhinderungspflege hinzugezogen werden, also max. 3.224,00 €, die für eine vorübergehnde Unterbringung in einem Heim zur Verfügung stehen. Wird dieser Anspruch nicht genutzt, verfällt er am Jahresende.
4. Betreuungs- und Entlastungsleistunegn (§ 45 SGB XI): Der monatliche Anspruch beträgt 125,00 € und kann angespart werden! Allerdings verfallen angesammelte Ansprüche zum 30.06. des Folgejahres.

Alle genannten Ansprüche sind deshalb imaginär, weil Pflegebedürftige diese nicht ausgezahlt bekommen, sie sind "nur" abrufbar.

Wenn Sie Fragen haben oder eine Beratung benötigen, können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an uns wenden.
Dieser Service ist für Sie kostenfrei!

 
Ihr Klaus Reithmeier

 
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